spyder’s „Papa“blog

Ein Jahr „Papa allein zu Hause“ mit drei Kindern

Halbzeit 27 Februar 2009

Gespeichert unter: Gedankensplitter, Väterkarenz — spyder3 @ 9:51
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Mit Monatsende sind es nun 6 Monate, die ich zu Hause bei den Kindern bin, das bedeutet zugleich Halbzeit. Mir kommt es vor, als wäre ich schon viel länger zu Hause. Nach Resumee (wie vor 4 Monaten) ist mir gerade nicht so aber nach ein paar – angerissenen – Gedanken dazu:

Ich bin durch die lange Zeit schon voll und ganz in „die andere Seite“ des Familienalltags eingetaucht und muss sagen, ich hätte mir es weniger anstrengend vorgestellt. Die Kinder fordern in diesem Alter einfach ein permanentes Anwesend-Sein, Für-sie-da-Sein und zugleich ist das Zuhause ihre Probebühne des Lebens, wo sie sich mehr trauen, mehr provozieren, mehr riskieren, um ihre Grenzen zu erleben – und das braucht Energie auf der Elternseite.

Eine Ärztin hat einmal vor ein paar Jahren zu uns gesagt: „Das Leben der Kinder dreht sich um das Leben der Eltern und nicht umgekehrt!“ Dieser Satz kommt mir immer wieder mal in den Sinn und zwar in dem Sinne, dass es für mich schon schön ist, den Kindern viel Platz zu geben und Zeit zu widmen, aber dass es genauso wichtig ist, ihnen ihren Platz zu geben, d.h. sie sind eben die Kinder und nicht der (alleinige) Lebensmittelpunkt von uns Eltern. Wir sind ja auch nicht nur Eltern, sondern eben auch Partner, Freund, Arbeitskollege etc. Es ist gar nicht so leicht hier ein gutes Gleichgewicht zu finden. Vielleicht „stürzen“ wir uns in den reichen Ländern deswegen so sehr auf die Kinder, weil wir spüren, dass wir uns aus „viel Geld“, „viel Besitz“, „viel Macht“ keinen Lebenssinn rausholen können. Und beobachte einmal ein Kind, nimm dir Zeit für ein Kind – unmittelbar kommst du, komme ich in Berührung mit dem Wunderbaren des Lebens, der ansteckenden Neugier und Lebensenergie, die Kinder in sich tragen.

Als humoristischen Ausgleich habe ich mir vor ein paar Wochen das Buch „Die Müttermafia“ reingezogen, ein Buch über perfekte Mütter, die perfekte Kindererziehung (glauben zu) leisten. Conclusio: Liebe das Chaos und liebe das Leben!

Hatte zuletzt auch mit meinen Eltern ein Gespräch über Kindererziehung damals und heute. Jede/r versucht/e nach bestem Wissen und Gewissen seine Kinder großzuziehen und kann das auch nur auf der Schablone des eigenen Weltbildes machen. Ich empfinde es zumindest so, dass die Verunsicherung (natürlich damit gekoppelt auch die Entscheidungsfreiheit) heute größer ist, denn es gibt nicht nur ein Modell oder zwei sondern ganz viele; es gibt auch unendlich viele Informationsmöglichkeiten, die zur eigenen Meinungsbildung beitragen. Und zwischen all dem gilt es rauszufiltern, was für einen selbst dann als passend, richtig, … anzusehen bzw. umzusetzen ist. Es genügt ja zB nur das Thema „Impfen“ oder „Gesunde Ernährung“ herzunehmen. Mann könnte sich mit je 10 Büchern eindecken und je 3 Fachleuten reden und müsste hinterher erst selbst wieder entscheiden, welche Variante mann übernimmt.

Nach dem Wellness-Boom scheint nun Work-Life-Balance das große Schlagwort zu sein. Ich würde es (in unserem Fall) auf Work-Life-Family-Balance erweitern. Gleichgewicht, Balance – ein gutes Bild, denn es nimmt mit ins Bild auf, dass ein permanentes „In-Bewegung-Sein“ bzw. „Bewegt-Sein“ der Normalstatus ist. Auch wer schläft, bewegt sich ziemlich viel … Und ob die (familiären) Bewegungen nun „Schafblattern“, „Mama auf Kur“ oder „Papa läuft mal wieder“ heißen, das Gleichgewicht scheint das Geheimnis zu sein und „runterfallen“ ist „erlaubt“, oder besser noch „hin und wieder erwünscht“ – bringt einen unglaublichen Perspektivenwechsel! In diesem Sinne freue ich mich auf die 2. Hälfte meiner Väterkarenz und bin schon auf sämtliche „Bewegungen“ und „Gleichgewichtsversuche“ gespannt.

 

Zwischen 29 Oktober 2008

Gespeichert unter: Gedankensplitter, Väterkarenz — spyder3 @ 9:12
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Will seit ein paar Tagen einen Zwischenbericht der letzten zwei Monate schreiben, aber was ist das überhaupt – ein Zwischenbericht? Was passierte inzwischen?

  • Ich habe große Hochachtung vor dem bekommen, was Frauen zu Hause leisten!!!!
  • Ich genieße jeden Tag, wo ich meine Kinder so von morgens bis abends erleben darf
  • Zwischendurch geht mir auch manchmal die Luft aus, wenn so alle drei ganz verschiedenen Dinge wollen und ich mir vorkomme wie ein Zirkusdompteur, der nur darauf achtet, dass es zu keinen gröberen Verletzungen kommt
  • Dann wieder staune ich über die Energien und die Kreativität von Kindern, die sich oft in ganz kleinen Dingen ausdrückt
  • und dazwischen gibt es viel Alltag (Kochen, Waschen, Windeln wechseln, Putzen, Aufräumen, ….)
  • und immer wieder meine persönliche Motivation, den Tag zu gestalten und nicht nur laufen zu lassen
  • und dazwischen die Suche nach Zeiten mit meiner Liebsten
  • und dazwischen auch Zeiten für mich
  • und dazwischen -  momentan nicht viel mehr
 

„Lob dem Manne“ 6 September 2008

Gespeichert unter: Väterkarenz — spyder3 @ 8:22
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„Was, du gehst in Karenz? Das finde ich toll, ganz toll, das ist sicher eine große Bereicherung für die Kinder.“ Solche und ähnliche Sätze höre ich in letzter Zeit immer wieder. Natürlich höre ich das positive Echo gerne, nur hätte ich meiner Frau in den letzten sieben Jahren auch gewünscht, dass ihr nur annährend soviel Anerkennung und Wertschätzung zuteil geworden wäre. Welche Frau bekommt gesagt: „Toll, dass du bei den Kindern zu Hause bist!“

Aber es gibt auch Gegenteiliges. Ein Mann sagte allen Ernstes zu mir, als ich ihm von meiner Karenzabsicht erzählte: „Du weißt aber schon, dass du dann auch kochen , putzen und bügeln musst? Nun, da muss ich noch mit deiner Frau reden, denn das liegt wohl ihnen in den Genen, Kuchenbacken und so!“ Da fehlen einem schon die Worte, oder?

Oder neulich bei einer Berwanderung: „Mei, des is oba liab, dass de Papa (ich war mit einem anderen Karenzvater mit insg. 5 Kindern unterwegs) a amoi was mit de Kinda mochn. So wos, sollt’s vül öfters geb’n.“ Ist auch nicht gerade lustig, wie eine seltene Spezies im Zoo betrachtet und beurteilt zu werden …

 

aufgeregt 26 August 2008

Gespeichert unter: Väterkarenz — spyder3 @ 7:05
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bin etwas aufgeregt, wie’s wohl werden wird …

und auch schon gespannt, wie bzw. ob ich diesen blog weiterführen werde; vielleicht interessiert das ja auch keinen – oder doch?

 

Papa allein zu Hause 26 August 2008

Gespeichert unter: Väterkarenz — spyder3 @ 3:46
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Warum ich mich als blogger versuche? In 5 Tagen beginnt meine Väterkarenz mit meinen drei Kleinen und irgendwie bin ich schon gespannt, wie das so wird mit dem zu Hause sein, zumal wir in einem 3500-Seelen-Dorf wohnen und die nächste Stadt schon etwas entfernt ist.

Ganz so wohl fühle ich mich noch nicht in diesem öffentlichen Tagebuch, aber mal sehen …